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SEMINARDETAILS  


Provokative Therapie mit Frank Farrelly

   
 
   
 
 
 
Durchgefallen im Fach Gehorsam mit Frank Farelly
Die subjektive Beschreibung eines mehr als ungewöhnlichen Therapeuten
von Anke Könemann
„Also wirklich, so kann man doch mit einem Klienten nicht reden - oder?!“ Mein
Banknachbar - Gesprächstherapeut mit gutgehender Praxis in München - wischt sich
die letzten Lachtränen aus den Augenwinkeln und sieht mehr als verwirrt aus. Mit
diesem Gefühl ist er nicht alleine hier im dichtbesetzten Audimax. Es ist Oktober
1995, und an der Münchner Maximilians-Universität haben sich Therapeuten, Berater
und Coachs aller Couleur versammelt zum 2. Europäischen Kongress für Hypnose u
Psychotherapie nach Milton H. Erickson. In den letzten zwei Stunden hieß es „Büh
frei“ für einen der ganz Großen der Psychotherapie, einen, den Richard Bandler einmal als „den wildesten K
ich jemals gesehen habe“, bezeichnete - Frank Farrelly.
„Frank Farrelly, Provokative Therapie?? Kenne ich gar nicht, entschuldige, aber - lohnt sich das denn?“ Etwas skeptisch
hatte ich zuvor das Veranstaltungsticket betrachtet, das mir meine Kollegin reichte. Sie hatte mich mit so einem
besonderen Lächeln angeschaut: „So, so - da wirst du also jetzt NLP-Practitioner und kennst Frank Farrelly nicht. Na
dann - viel Spaß!“
Milton Erickson, Viginia Satir, Fritz Perls - mein junges NLPlerinnen-Herz verbeugt sich innerlich: Wie gerne hätte ich die
mal live erlebt! Aber Frank Farrelly - nein wirklich, noch nie gehört. Na egal, wenn es langweilig wird, gehe ich einfach.
„Natürlich, natürlich, völlig richtig, Arno*.“ Frank Farrelly sitzt neben dem in sich versunkenen Demo-Kandidaten (ein
deprimiert aussehender, zaundürrer Mittvierziger) und tätschelt ihm begütigend den Arm. „Es gibt Männer, die werden
geschieden, sind einige Zeit unglücklich, ziehen sich zurück, denken über dieses und jenes nach, lernen ein paar Dinge,
wenden sich dann wieder dem Leben zu und - treffen irgendwann eine neue Partnerin. Die gibt’s, diese Männer - die
entwickeln sich einfach weiter - na ja (mitleidiger Seitenblick), und dann gibt es eben auch noch SIE!“ Das Publikum hält
unisono den Atem an. Frank schaut den Klienten mit Verschwörermine an und sagt fröhlich: „Ich meine, Arno, was
kann ein Mann Ihres Alters noch vom Leben erwarten? Noch dazu, wenn er aussieht wie ein anorektischer Teenager?“
Arnos Kopf macht einige Nickbewegungen. „Ich finde es völlig richtig, dass Sie nicht mehr aus dem Haus gehen. Sie
beweisen da ein erstaunlich gutes Urteilsvermögen. Da draußen laufen ja auch so viele gierige weibliche Singles herum,
die sehen in einem wie Ihnen ja eine gefundene Beute. Ein Haps, und so eine dralle Blondine (Frank macht eine kurze
Kopfbewegung in Richtung auf die attraktive, schlanke, dolmetschende Kollegin neben ihnen) hat Sie zum Frühstück
verspeist (leckt sich genüsslich schmatzend die Lippen). Das hört man ja immer wieder!“ Arnos Lippen umspielt
inzwischen ein kleines Lächeln.
„Viel zu gefährlich für einen wie SIE - also, bei MIR wäre das natürlich was anderes!“ (Frank tätschelt mit der Hand
wohlgefällig seinen mehr als gut ausgebildeten Bierbauch und streicht durch sein sich lichtendes weißes Haar - das
Publikum lacht begeistert.) „Nein (mit Nachdruck), ich finde wirklich, diese Welt da draußen ist einfach zu gefährlich für
einen zarten Typen wie Sie!“ Arno, mit leicht ironischem Seitenblick zu Frank: „Ich denke, Sie irren sich, Frank. Im
Vergleich zu einigen anderen schneide ich ja wohl gar nicht so schlecht ab!“
Und so geht es weiter in den 25 Minuten, die ein „Interview“ mit Frank Farrelly zu Demonstrationszwecken hier heute
dauert.
Wo bin ich hier? Was genau macht dieser Mann da? Mal ungläubiges Kichern, mal Tränen oder Ärger, mal lautes,
befreites Lachen auf der Bühne und im Publikum - und zwischendurch meine innerliche Frage: Warum stehen eigentlich
die Demopersonen nicht einfach auf und gehen? Also, wenn MIR jemand SO ETWAS sagen würde!
Doch in der anschließenden offenen Fragerunde, die nach jeder Demo stattfindet, zeigt sich für die „Neulinge“ bei
Frank Farrelly ganz klar: Die Person auf der Bühne fühlte sich zu jeder Zeit verstanden und angenommen. Rapport hoch
drei, auch wenn’s oft in Bereiche ging, die „eigentlich unter keinen Umständen erwähnt werden sollten“. Auf die Frage
aus dem Publikum: „Aber haben Sie diese Aussage über Ihr Aussehen nicht als extrem hart empfunden, das war doch
unverschämt?“, die lapidare Antwort: „Wieso, er hat doch einfach nur gesagt, was ich eh‘ schon immer denke.“ Aha!
Es war doch Milton Erickson, der sagte: „Der beste Garant für die Veränderung des Klienten ist die Unvorhersagbarkeit
des Therapeuten.“ Nun, wenn der magische Milton damit recht hat, dann dürfte hier wohl kein Demo-Kandidat
unverändert den Stuhl neben Frank Farrelly verlassen. Sein Repertoire ist in diesen zwei Stunden unerschöpflich, und
wir, die verblüfften, begeisterten Zuschauer, kommen aus dem Staunen nicht heraus. Der macht ja alles, was man
eigentlich als Therapeut oder Coach NICHT machen soll! Er unterbricht, schauspielert, läßt den Klienten manchmal kein
Wort sagen, zieht Grimassen, singt, fasst immer wieder mal rüber an einen Klientenarm, macht die idiotischsten
nd
ne
liniker, den
Vorschläge, ist oft regelrecht unverschämt, hat eine Ausdrucksweise, dass es der Sau graust - und amüsiert sich dabei
offensichtlich köstlich.
Nach der Veranstaltung, die „Zuschauer“ zerstreuen sich heftig diskutierend oder in einem tranceartigen Zustand, sehe
ich Frank Farrelly draußen im Regen stehen. Lebhaft gestikulierend redet er mit seiner Kollegin und Organisatorin in
Deutschland, Frau Dr. Höfner, Mitbegründerin des Deutschen Instituts für Provokative Therapie in München, und beide
lachen hin und wieder schallend.
Und ich frage mich: „Was ist das Besondere an diesem Mann und seiner Arbeit?“
Richard Bandlers Hosenträger
„Und ich frage mich, wer sie heut wohl küüüüüüßt. Und ich frage mich ..!!!“
Wien, im April 1999. Schmachtend, wohltönend und voller Inbrunst schallt Frank Farrellys Gesang durch ein kleines
italienisches Restaurant direkt neben der Wiener Oper. Die dunkelhaarige Restaurant-Besitzerin kommt errötend und
geschmeichelt an unseren Tisch und ist schon nach kurzer Zeit mehr als bereit, Frank einige ihrer absolut
unverkäuflichen Aschenbecher zu veräußern, die er so sehr bewundert. Zwar spricht sie nur Italienisch und er nur
Englisch, aber auch hier - Rapport, Rapport, Rapport. Wie genau macht er das nur?
Vier Jahre sind vergangen, und inzwischen habe ich viele Male aus nächster Nähe miterleben können, wie Frank Farrelly
mit Menschen arbeitet. Durch Zufall hatte es sich ergeben, dass ich schon kurz nach dem Münchner Kongreß gebeten
wurde, für ihn zu dolmetschen. Ich hatte jede erhältliche Literatur von ihm, über ihn und über seine Provokative
Therapie verschlungen, war selbst - eine sehr aufgeregte - DemoPerson bei einem Seminar gewesen und natürlich
begeistert von der Idee, aus der Perspektive der Dolmetscherin auch gleich ein privates Modeling-Projekt starten zu
können.
Die Model-Idee hatten natürlich zuvor auch schon einige andere. Im März 1978 waren es Richard Bandler und John
Grinder, die Frank auf einem Kongress in Philadelphia einer ersten „genaueren NLP-Betrachtung“ unterzogen.
An diesem Abend in Wien stelle ich schließlich die Frage, die mich schon so lange interessiert. „Frank, warum ist es
eigentlich in NLP-Kreisen so wenig bekannt, dass du einer der Therapeuten warst, die besonders von Richard Bandler bis
ins Detail gemodelt wurden?“
Frank schlägt sich auf die Schenkel und lacht schallend, einige Restaurantgäste heben verwundert den Kopf.
„Gemodelt! Ich hätte dafür auch noch einen anderen Ausdruck! Das fragt mich im Seminar immer mal wieder jemand:
»Mr. Farrelly, haben Sie eigentlich Ihre Ausbildung bei Richard Bandler gemacht? Sie sind ihm ja verblüffend ähnlich.
Dieselben Bewegungen, derselbe Sprachgebrauch, selbst die Hosenträger, verblüffend - wo Sie doch mindestens 20
Jahre älter sind als er!« Hahaha! Und ich erzähle dann im Seminar, wie die Jungs damals plötzlich ein paar meiner Fälle
aus dem Mendota State Hospital in Madison so zitiert haben, als seien es ihre. Das konnten wir klären. Und dann wollte
Richard Bandler, daß ich einen Workshop in Santa Cruz halte, damit er alles, was ich mache, auf Video aufnehmen und
daraus ein Buch mit Lehrvideo, Transkripten und seinen Kommentaren machen kann. Also bin ich rüber nach Santa
Cruz, und er hat mich von A-Z gefilmt. Ich hab‘ schon gedacht, komisch, daß er mich sogar in der Kaffeepause
aufnimmt, das ist doch eigentlich Materialverschwendung ...
Danach habe ich nichts mehr von ihm gehört und dachte, er hat wohl das Interesse verloren, bis plötzlich Kollegen mir
sagten: »Na, der Richard Bandler hat ja auch ganz schön viel von dir gelernt, was?« Und irgendwann kam dann mal der
erste, der sagte: »Mr. Farrelly, Sie haben wohl bei Bandler gelernt, oder?« Hahaha!! Na ja, ich denke, Plagiat ist wohl
die intensivste Form der Schmeichelei.“
„Und das alles ärgert dich gar nicht?“ Frank zuckt die Schultern: „Ach Schatziputzipupsileinchen“ (da hatte ich in
meiner Demo mit Frank so einen - natürlich rein altersbedingten - Mangel an Selbstbewusstsein anklingen lassen, und
eines der Resultate war und bleibt wohl dieser Name), „ich bin ja nicht erst seit vorgestern im Geschäft. Ich muss nichts
mehr beweisen, vielleicht bin ich nächstes Jahr schon nicht mehr auf diesem Planeten, und - das will ich auch sagen:
Was die da entwickelt haben mit dem NLP, ist ja schon sehr hilfreich für viele Therapeuten und andere Menschen.“
Hoffnungslose Fälle
Tatsächlich begann Frank Farrellys Therapeuten-Karriere bereits 1956, und schon Anfang der 60er Jahre entwickelte er
den für ihn so typischen Ansatz der Provokativen Therapie. Ursprünglich wollte er eigentlich Priester werden, aber nach
vier Jahren „haben die im Kloster mich rausgeschmissen - durchgefallen im Fach Gehorsam! Dann war ich eine Zeit lang
professioneller Sänger, das war aber auch nicht das Wahre. Schließlich habe ich doch Philosophie und Sozialarbeit
studiert und bin so zur Therapie gekommen. Die ersten Jahre war ich klinischer Sozialarbeiter in Carl Rogers‘
Forschungsgruppe am Mendota State Hospital. Ich arbeitete also nach seinem klientenzentrierten Ansatz, der damals ja
ganz ungewöhnlich und neu war, mit allen möglichen Klienten und Patienten dort. Chronisch Schizophrene, Depressive,
Maniker, alle sogenannten »Krankheitsbilder« eben. Aber irgendwie fand ich es immer unbefriedigender, nur einfach
verständnisvoll dazusitzen und mir auf die Lippen zu beißen, wenn mir spontan die eine oder andere Antwort in den
Sinn kam. Und - glaub mir - meine Vorfahren kommen aus Irland, da fällt es schwer, die Klappe zu halten!
Es war im Juli 1963, beim 91. Interview mit Bill, einem hospitalisierten chronisch Schizophrenen, dem ich unermüdlich
und mit warmherziger Empathie zu vermitteln versuchte, dass er eben doch wertvoll und wichtig und Veränderung auch
für ihn möglich sei. Aber Bill blieb ebenso unermüdlich bei seiner Aussage: »Ich bin wertlos und kann mich niemals
ändern, ich bin wertlos und kann mich nicht ...!« Und in dieser Stunde habe ich dann einfach aufgegeben und gesagt:
»Ok, Bill, vergessen wirs. Sie werden sich niemals ändern. Sie haben recht, Sie sind einfach ein hoffnungsloser Fall!«
Und - hey, hey, hey - innerhalb von Minuten, Sekunden veränderte sich Bill vor meinen Augen, phänomenal war das.
Zum ersten Mal zeigte er Gefühle, erst offensichtliche Verärgerung, dann Lachen, der Muskeltonus änderte sich, er
wurde viel aktiver und begann mir zu erklären, dass ich ja wohl völlig falsch läge und er sich sehr wohl ändern könne.
So fügte sich eine Erfahrung zur anderen, und mein provokativer Ansatz entstand, sehr zum Entsetzen einiger
hochverehrter Kollegen. Ich habe aber auch viel Unterstützung bekommen. So hat z.B. Carl Rogers damals in Chicago
zu einer Gruppe von Therapeuten gesagt: »Wenn ich heute ein junger Mann wäre, dann würde sich meine Entwicklung
an Frank Farrellys Art der Therapie orientieren.« Über mich geschrieben hat er einmal: »Frank Farrelly, ein junger mir
bekannter Therapeut, der sich den psychotischen Symptomen sarkastisch und äußerst heftig entgegenstellt, der aber mit
der darin versteckten Person (dem Patienten) ausgesprochen feinfühlig verbunden ist ...«“
Anfang der 60er Jahre - das sind runde 40 Jahre an therapeutischer Erfahrung. Häufig Arbeit mit Menschen, die als
„hoffnungslos“ bezeichnet wurden und mit denen sonst eigentlich niemand mehr arbeiten konnte oder wollte: von
stark psychisch Kranken über schwererziehbare Jugendliche bis zu Straftätern wie Mörder oder Kinderschänder. Dazu
Arbeit mit Einzelklienten, mit Gruppen, mit Paaren und Familien, die Lehrtätigkeit als Professor an der Universität von
Wisconsin und seit mehr als 25 Jahren die Ausbildung von Therapeuten in Provokativer Therapie weltweit.
Ohne Herz geht gar nichts
Wer Frank, wie hier in Wien, im Seminar erlebt, würde nicht denken, dass da ein ehrwürdiger Professor spricht, der in
Fachkreisen auf der ganzen Welt bekannt und geschätzt ist. So normal, humorvoll bis heftig derb ist die Sprache, gar
nichts „fachspezifisch Wichtiges“, es sei denn, die Dramaturgie der Sitzung erfordert dies. Dann kommen die schönsten
Fachtermini - zur Freude des Publikums und zum Schrecken des Dolmetschers. „So sprechen Leute ja nicht, wenn sie
emotional erregt sind. Dann wird die Sprache einfach »deftig«, und ich will die Sprache sprechen, die verstanden wird.
Nur dann macht das ganze Sinn.“ Je weiter ein Seminar fortschreitet, umso klarer wird den Teilnehmern: Da steht einer,
dem der Klient das Wichtigste ist, auch wenn dies auf den ersten Blick ganz anders zu sein scheint.
„Gilt unsere Vereinbarung?“ Ein lautes „Ja“ kommt zurück aus der Gruppe. Lachen und Tränen sind den zuschauenden
Seminarteilnehmern erlaubt, aber keinerlei Reden mit dem Nachbarn. Wird diese Regel gebrochen, kann Frank sehr
ungemütlich werden. Er ist bei jeder Demo völlig präsent, ganz beim Klienten, und genau das ist die tragende Basis für
die oft so erstaunlichen Veränderungsprozesse.
„Provokative Therapie, das ist wie das herzliche Sich-Hochnehmen unter Freunden. Das geht ja auch nur, weil ich weiß,
der Freund ist da für mich, er mag mich und glaubt an mich. Er sagt mir zwar die schlimmsten Dinge, aber immer mit
diesem Augenzwinkern. Simpel gesagt, sind das auch die wichtigsten Regeln für diese Arbeit. Ich kann und darf nur
dann mit jemandem provokativ arbeiten, wenn ich daran glaube, dass er sich verändern kann, und wenn ich mit Herz
an die Sache herangehe. Tue ich das nicht, wird das Ganze sehr schnell zum Desaster, und ich selbst benehme mich wie
ein arrogantes Arschloch. Also ohne Herz, da geht gar nichts.“
Das ist die Basis für ein System, dessen kunstvolle Struktur ich - Seminar für Seminar - immer mehr erkenne und
bewundere. Ein System, das die unterschiedlichsten Komponenten und Techniken vereint. Elementar sind Humor,
Ehrlichkeit, Authentizität und der Mut, über die üblichen Grenzen zu gehen. Ein Krimineller, der Frank auch noch nach
der Klinikzeit sehen wollte, drückte es so aus: „Du redest keinen Scheiß, Frank, sondern bist direkt. Du sagst mir Sachen,
ob mir das passt oder nicht, ob ich mich angepisst fühle oder nicht!“
Mein, nunmehr etwas gereiftes, NLP-Trainer-Herz hüpft vor Freude, wenn ich dolmetschenderweise die Demos so
hautnah miterleben und auch mehr darauf achten kann, wie genau Frank denn nun vorgeht.
„Die Hypnoleute sagen mir auch immer, mein Gott Frank, das ist ja Hypnotherapie pur! Na ja, wenn die das sagen.“
Charmantes Understatement, denn oft dauert es nur Sekunden, bis sich die Demo-Person in einem tiefen Trancezustand
befindet - ganz einfach so.
Visuelles Hirnimplantat
Mit der typischen NLP-Frage „Wie genau?“ hat sich übrigens auch Frank Farrellys Veranstalter in Holland, der NLPTrainer
Jaap Hollander, befasst, und seine Antworten darauf in einer Auflistung unter dem Titel „The Dirty Thirty - Die
schmutzigen Dreißig“ zusammengestellt: für NLPler eine sehr erbauliche Lektüre (siehe S. 24-25).
Es ist weit mehr als „nur“ Hypnotherapie. Frank wechselt die Strategien und Rollen wie ein Chamäleon -
unvorhersagbar eben. Gutgelaunt schlägt er sich z.B. auf die Seite des verhassten Symptoms und findet daran nichts,
aber auch gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil. In der Manier des Advocatus Diaboli zeigt er farbenfroh und bildreich
auf, wie wunderbar dieses Symptom, dieses schädliche Verhalten doch eigentlich ist, dessen negative Konsequenzen
großzügig - fast - übersehen werden. „Aber wieso wollen Sie denn aufhören zu rauchen? Ich meine, jeder stirbt mal
irgendwann an irgendwas, das sollte Sie nicht abhalten. Und ich finde, Sie haben da doch eine wichtige Vorbildfunktion
für viele lasche Jugendliche, die ja keine Idee haben, wie ein echter, cooler Typ so auszusehen hat. Und dieses bisschen
Teer in der Lunge, mein Gott, schwarz ist doch in, oder? Nein, ich muß Ihnen sagen: weiter so! Lassen Sie sich nicht
kleinkriegen von diesen Gesundheitsaposteln. Und Ihre Witwe, die kann dann zumindest später an Ihrem Grab sagen: Er
war ein wirklich konsequenter Mann und so verlässlich - jeden Tag zwei Packungen!“
Der entsetzte Klient versucht nun, gemäß der Regel „Will der Esel nicht in den Stall, zieh ihn am Schwanz“, sich
möglichst schnell und möglichst weit von seinem ungeliebten Symptom zu entfernen. Besonders dann, wenn Frank
auch noch beginnt, unter Einsatz sämtlicher sinnesspezifischer Wahrnehmungskanäle ein gruseliges Zukunftsszenario zu
entwerfen. Je nach Bedarf, mit frohgemuter, verklärter oder frischer Stimmlage.
„Also, Arno (mit verträumtem Blick und leichter Sehnsucht in der Stimme) - ich kann die Schlagzeile schon vor mir
sehen, und in den Nachrichten wird man es sicher auch hören: »Juli 2010. Wieder ein Rentner in seiner Wohnung erst
nach Monaten gefunden. Die Feuerwehr musste mit Gasmasken anrücken, denn obwohl nur noch das Skelett des Arno
B. mit der Fernbedienung zwischen den knochigen Fingern im Sessel saß, entströmte doch dem sich auftürmenden
Unrat ein nunmehr unerträglich fauliger Gestank.« Hach ja, so enden sie, die armen alten Junggesellen.“
Es sind besonders Frank Farrellys Bilder und Szenarien, die - von ihm prächtig ausgeschmückt und geschauspielert -
unweigerlich in den Köpfen der Klienten hängenbleiben, um dann wie der Vampir hinter der Standuhr
hervorzuspringen, wenn sich der Klient im echten Leben wieder in sein altes Fahrwasser begeben will. Eine ungemein
wirksame Form der Muster-Unterbrechung, denn fast automatisch macht der Klient nun selber den Sprung weg von
diesem schauerlichen Bild und hin in Richtung heilsamer Veränderung. Der Weg zurück ist versperrt, auch dadurch, dass
er oder sie jetzt einfach in bestimmten Situationen herzhaft lachen muss.
„Visuelles Hirnimplantat.“ „Homöopathische Psychomethode, die das Übel extrahiert, potenziert und dann, zum Wohle
des Klienten, wieder injiziert.“ Gerade die Ärzte unter den Seminarteilnehmern finden oft wunderbare Vergleiche, um
die Provokative Therapie zu beschreiben. Eines trifft ganz sicher zu: Die Dosierung macht’s. Fast jeder, der einmal
Demo-Klient war, sagt: „Es war gerade an der Grenze. Mehr hätte es nicht sein dürfen - aber erstaunlich, ich hätte nicht
gedacht, dass ich soviel vertrage!“
Es ist nicht nur die Menge der „Provokationen“, die für jeden wieder neu bestimmt wird. Auch das Tempo, die Sprache,
die Heftigkeit - oder auch Zartheit, denn auch die gibt es - wird bei jedem Menschen genau dosiert. Dies ist wohl einer
der Gründe, warum man neben Frank sitzenbleibt, selbst dann, wenn er SO ETWAS sagt.
Irische Vorfahren oder Beine bis zu den Ohren
Ist es dann vielleicht doch nur Frank Farrelly, der Wundertherapeut, der provokativ arbeiten kann? Eine Frage, die ich
hier im Wiener Restaurant noch einmal stelle: „Kann man »es« nun lernen?“ Frank taxiert mich über sein erhobenes
Glas hinweg: „Natürlich, natürlich kann man es lernen - ob DU das allerdings kannst, Schatziputzipupsi ...?! Also (mit
gesenkter Stimme): Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Es hilft ganz ungemein, wenn du - wie ich - irische Vorfahren
hast. Zum Teufel auch, da hab‘ ich in Irland einen Workshop gegeben, und da waren dann fast alle Naturtalente in
Provokativer Therapie - die könnten mich glatt in die Tasche stecken da. Aber sag’ das besser nicht weiter ...
Wenn du aber nicht aus Irland kommst, dann solltest du die Seminare von (mit gewichtiger, dozierender Stimme) Frau
Dr. Eleonore Höfner besuchen. Jawohl. Dafür gibt es gute Gründe: 1. Sie ist blond, 2. sie hat Beine bis zu den Ohren,
und 3. sie ist ungemein intelligent und schafft es wunderbar, meinen rechtshirnig assoziativen Stil in einen erlernbaren
kognitiven Rahmen zu bringen. Ich meine, wer mir zum ersten Mal zuhört, denkt vielleicht manchmal: Mein Gott, der
alte Knacker, ob der seinen Satz zu Ende kriegt? Mich muss man einfach arbeiten sehen.“
Stimmt, bei den Basis-Seminaren habe ich des öfteren am ersten Tag verwunderte Gesichter gesehen, wenn Frank,
absolut wild rechtshirnig frei assoziierend, seine einführenden Worte spricht. Sobald die Demo losgeht, ist dann klar,
dass „der alte Knacker“ mehr als genau weiß, was er macht.
Auf die Frage, welche Voraussetzungen man noch braucht, um provokativ zu therapieren oder zu coachen, anwortet
Frank: „Wer erfolgreich provokativ arbeitet, der ist in der Lage, im Leben das Tragische, das Lustige und das Absurde zu
sehen - und zu schätzen. Natürlich gibt es Schmerz und Leiden, ich weiß - hab‘ mal was in der Zeitung darüber gelesen,
hahaha! -, aber es gibt eben auch immer das Lachen. Es gibt eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen.
Ganz besonders wichtig ist, dass der provokative Therapeut über sich selber lachen und auch was einstecken kann,
wenn der Klienten einmal »austeilt«. Du kannst dich einfach nicht mehr hinter einem verständnisvollem Nicken
verstecken, sondern bist gefordert, ganz da zu sein. Dafür ist aber auch der Lohn reichlich: Plötzlich bist du als
Therapeut wieder lebendig, kannst dich frei einbringen - Burnout-Syndrom ade - und erlebst die wunderbarsten
Veränderungsprozesse. Allerdings, reich wirst du so leider nicht, denn dummerweise erreichst du mit Provokativer
Therapie recht schnell hilfreiche Veränderungen. Das mit dem einen Patienten, der dir das Eigenheim finanziert, das
kannst du dir abschminken.
Ach, und eines noch: Es sollte dir so richtig Spaß machen!“
Es ist still um uns geworden. Die anderen Gäste sind schon lange gegangen, die Kerze heruntergebrannt, und unsere
italienische Restaurant-Besitzerin kommt frohgemut zum Kassieren. Ich hätte noch so viele Fragen gehabt, doch eines
kann ich ganz sicher sagen: Frank Farrelly live - es lohnt sich!
Literatur
• Farrelly, Frank; Brandsma, Jeff: Provokative Therapie. Springer, Heidelberg 1986.
• Farrelly, Frank: Frannies Welt - Eine Kindheit in Missouri. Eine autobiographische Auseinandersetzung mit Gott. Quell
Verlag, Stuttgart 1997.
• Höfner, Eleonore; Schachtner, Hans-Ulrich: Das wäre doch gelacht. Humor und Provokation in der Therapie. Rowohlt,
Reinbek 1997.
• Wippich, Jürgen; Derra-Wippich, Ingrid: Lachen lernen. Einführung in die Provokative Therapie Frank Farrellys.
Junfermann, Paderborn 1996.
Über die Autorin:
Anke Könemann (AKoenemann@aol.com), ist NLP-Lehrtrainerin in München, Trainerin und Dolmetscherin im Bereich
Psychologie und Kommunikation.
   
   
   
DETAILS
   
 
Teilnehmerzahl
max.
Kosten 380 €
Termine
   
IMPRESSIONEN
   
   
Anhang:
   
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